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Full text of "Beitrag zu einer lateinischen Syntax [microform]"

MASTER 
NEGA TIVE 

NO. 93-81316-18 



MICROFILMED 1993 
COLUMBIA UNIVERSITY LIBRARIES/NEW YORK 



as part of the 
"Foundations of Western Civilization Preservation Project" 



Funded by the 
NATIONAL ENDOWMENT FOR THE HUMANITIES 



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would involve violation of the Copyright law. 



A UTHOR: 



WAGENER, CARL 



TITLE: 



BEITRAG ZU EINER 
LATEINISCHEN... 

PLACE: 

BREMEN 

DATE: 

1872 



COLUMBIA UNIVERSITY LIBRARIES 
PRESERVATION DEPARTMENT 

BIBLIOGRAPHIC MICROFORM TARGET 



Master Negative # 



Original Material as Filmed - Existing Bibliographie Record 



Restrictions on Use: 



. ■JuintfiitMKi'v. ' ^jaa 



R77.5?., 

Z6 



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Pt^^ertatlon 



V 2 

3re:nen 1872 * 



Wagener, Carl 

Beitrag zu einer lateinischen syntaX 



I5o. 10 of a vol ösr-HMsefiafi 



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TECHNICAL MICROFORM DATA 

FILM SIZE: 13^J±_ _ REDUCTION RATIO: lU 

IMAGE PLACEMENT: lA ^ IB ÜB 



DATE FILMED:______^l27i5'3 INITIALS ^_t^ 

FILMED BY: RESEARCH PUBLICATIONS. INC WOODBRIDGE. CT V 




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1100 Wayne Avenue, Suite 1100. 
Silver Spring, Maryland 20910 

301/587-8202 




Centimeter 



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2. bcr§anbc[6fc^ule: ^rof.Dr. S. 6cf)mat^aüfcn. 

3. M ©^mnafiumö : $rofeff or Dr. § e 1 6 b c r g. 



Stt^ttlt: 

L Beitrag }u einer loteimfd)ett Ögntajr, »on Dr. (Sari SB agener. 



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SSttmzn. 

ruA öon iT. C ©ubber«. 
1872. 



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Beitrag 

ZU einer lateinischen Syntax. 

Einfacher Satz. (1. Theil.) 

Von Dr, Carl Wagener, 



"Vorbemerlcviiig-. 



Da in der Neuzeit so viele Gegenstände bereits dem Gymnasium aufgebürdet sind und 
immer noch aufgebürdet werden sollen, so muss es das Streben Aller sein, die das 
Gymnasium als eine Vorbereitungsanstalt für höhere wissenschaftliche Studien ansehen, 
die lateinische Sprache in ihrer ganzen Fülle aufrecht zu erhalten und desshalb Wege 
aufzufinden, nicht nur um die Erlernung derselben zu erleichtern, sondern auch, um 
tiefer in den Geist der Sprache einzudringen. Von jeher haben einsichtige Schul- 
männer danach gestrebt, und es sind desshalb auch im Laufe der Zeit die ve'rschieden. 
sten Methoden angewandt worden. Dieselben aber einzeln genauer durchzugehen, ist 
hier nicht angebracht, es kommt uns nur auf diejenigen Richtungen an, welche jetzt 
in den Schulen Deutschlands die herrschenden sind. Auch ist es nicht meine Absicht, 
über die Behandlungsweise der Formenlehre zu sprechen, dies ist von mir bereits an 
einem andern Orte geschehen, sondern in aller Kürze zu zeigen, welchen W^g wir in 
der praktischen Behandlung der lateinischen Syntax einzuschlagen haben und "wie wir 
hier am besten zum Ziele gelangen. 

Bekanntlich sind jetzt im Grossen und Ganzen zwei Methoden vorherrschend, die 
sogenannte alte, deren Hauptvertreter Zumpt ist, und die neuere, die rationelle, die von 
K. F. Becker herrührt. Zumpt geht in seiner Syntax den Gebrauch der Wortformen, 
zuerst die Casus der Nomina, dann die Formen des Verbums der Reihe nach durch, 
ohne dass ein Unterschied zwischen dem einfachen und zusammengesetzten Satze weiter 
in Betracht gezogen wird. In dem ersten Capitel spricht er wohl über einige Satz- 
theile, wie Subject und Praedicat, weiterhin finden wir dieselben aber nur einzeln und 
zerstreut, dazu aber so kurz und so unvollständig erwähnt, dass es schwer wird, sich 
hieraus ein klares System von dem lateinischen Satzbau zu bilden. Dieser Weg, den 
Zumpt eingeschlagen hat, wird von den meisten neuern Grammatikern mehr oder weniger 
verfolgt, so dass sie im Allgemeinen nichts anderes sind, „als der alte Zumpt in etwas 
erneuertem Gewände." — Die neuere Methode sieht die Sprache als ein organisches 
Erzeugniss der menschlichen Natur an und macht die rationelle Satzlehre zum Funda- 
mente des ganzen Unterrichts. Hiernach soll der Schüler die Sprache nicht allein er- 



w 



lernen, sondern auch allmählich lernen, dieselbe zu verstehen. Diese Methode, die 
K. F. Becker auf die deutsche Sprache angewandt hat, ist auch bei der lateinischen 
Sprache in Anwendung gebracht und bereits von einigen Gelehrten mit günstigem Er- 
folge benutzt worden. 

Wer nur an die alte Methode gewöhnt ist, dem erscheint diese neuere als eine 
arge Revolution: die alten bekannten Regeln sind zerstückelt, die Casus aus einander 
gerissen und was er dort zu finden glaubt, muss er anderswo aufsuchen; aber wer sich 
nur die Mühe giebt, das ganze System kennen zu lernen und nicht nach einem heraus- 
genommenen Theile das Ganze zu beurtheilen und womöglich gleich zu verurtheilen, wie 
es leider nur allzuoft geschieht, der wird bald finden, wie sich hier Alles entwickelt, wie man 
von der Betrachtung der einzelnen Satztheile ausgeht, dann weiter schreitet zur Satzverbin- 
dunsr, zum Satzsrefüse, zu den verschiedenen Arten von Nebensätzen und wie dann zuletzt 
der Bau der Periode klar und durchsichtig vor Augen steht. „Der Bau der Periode, sagt 
Gossrau, gilt mit Recht als die höchste Vollendung, das letzte Ziel für den Lateinschreiber. 
Je mehr ihn Jemand versteht, um so höher steht er als Stilist. Eine vollendete Periode setzt 
aber auch durchgebildetes lateinisches Denken voraus, diese nothwendigste Forderung 
alles Lateinschreibens." Was ist nun aber eine Periode anders, als das wohlgegliederte 
Ganze der dem Gedanken nach zusammengehörenden Nebensätze? Und um das Ganze 
genau zu verstehen, ist es da nicht unbedingt nothwendig, auch ein richtiges Verständ- 
niss von den einzelnen Theilen desselben zu haben? Wohl jeder, der unbefangen hierüber 
urtheilt, wird zugeben müssen, dass dies Verständniss weit leichter nach der neuern 
Methode als nach der alten zu erlangen ist. 

Aber zugegeben auch, die lateinische Sprache würde. nicht gelehrt, um nur ausge- 
zeichnete Stilisten zu bilden, — wenn gleich dies immer noch eine Zierde der Gelehr- 
samkeit ist — auch nicht, um die hinterlassenen Schriften der Römer lesen und ver- 
stehen zu können, was ja viele auch durch Uebersetzungen erreichen zu können ver- 
meinen, so muss doch jeder zugeben, — und dies ist wohl bisher ernstlich noch nicht 
bestritten worden — dass vor Allem an der lateinischen Sprache das Denken geübt 
wird. Denn an il ^ lassen sich die Sprachregeln klarer und bestimmter entwickeln als 
an irgend einer andern, sie ist daher auch ganz besonders bestimmt, zur Entwickelung 
richtiger grammatischer und philosophischer Denkweise überhaupt zu führen. Wenn 
dies aber schon die alte Methode so gut gethan hat, um wieviel mehr muss nicht erst 
die genetische, rationelle ßehandlungsweise dazu im Stande sein! 

Viele werden freilich mit mir einverstanden sein, aber erwidern, dass man zwar 
nach der genetischen Methode tiefer in den Geist der Sprache eindringe, dass aber 
auch der Gegenstand dadurch erschwert würde und dass die Schüler nicht im Stande 
seien, alle gestellten Forderungen genau und pünktlich zu erfüllen. Diese Befiirchtung 
hege ich nicht, wenn man nur den richtigen Weg hierbei einschlägt und den der 
lateinischen Grammatik zunächst Hegenden Gegenstand mit in ihr Bereich zieht. Und 
dies kann kein anderer Gegenstand sein als die deutsche Grammatik. 

Nach der gewöhnlichen Ansicht hat der deutsche Unterricht den philologischen, 
für uns hier den lateinischen, durch alle Klassen auszunutzen, ich sage vielmehr, der 
deutsche Unterricht hat in allen Klassen dem lateinischen vorzuarheiten. Die deutsche 
Grammatik muss die Grundlage werden für die Grammatiken aller fremden Sprachen. 
„Durch den Unterricht in der Muttersprache muss der Schüler die Anschauungen von 
den allen Sprachen gemeinsamen oder menschlichen Grundlagen erwerben; durch den 
Unterricht in den fremden die Anschauung von den Verschiedenheiten der Sprachen." Aul 



\ 



der Direktoren-Conferenz zu Posen (Juni 1867), wo über den lateinischen Unterricht 
discutiert wurde, setzte der Referent Direktor Dr. Deinhardt seine Ansicht in folgenden 
Worten auseinander: „Das Studium jeder fremden Sprache und so auch der lateinischen 
beruht auf einer Vergleichung derselben mit der Muttersprache, also das Studium der 
lateinischen Grammatik auf einer Vergleichung derselben mit der deutschen Grammatik, 
mit ihren Formen, ihren Regeln und ihren Eigenthümlichkeiten. 

Wie soll aber eine solche Zusammenhaltung und Vergleichung beider Sprachen 
nach ihren Unterschieden und Uebereinstimmungen möglich sein, wenn die Schüler nicht 
eine gründliche Kenntniss der deutschen Grammatik und Spraclie überhaupt haben. » 

Die Erwerbung der deutschen Sprache und Grammatik muss immer einen Schritt 
der zu erwerbenden Kenntniss der lateinischen Sprache und Grammatik voraus sein, 
sonst fehlt die Basis der Vergleichung und das Erlernen des Lateinischen wird dann 
zu einer dogmatischen Abrichtimg, worin es denn auch in der Regel besteht, 

Soll der lateinische Unterricht bildend sein, so muss er auf einer entsprechenden 
gründlichen Kenntniss der deutschen Sprache beruhen, und der deutsche Unterricht 
muss immer dem lateinischen vorarbeiten, damit das Gefühl und die Erkenntniss des 
Unterschiedes und der Uebereinstimmunsr beider und damit eine reine Auffassun«- der 
grammatischen Verhältnisse erweckt werde. 

Was die Schüler an Kenntniss der deutschen Sprache aus der Vorschule- oder 
aus andern Anstalten mit nach Sexta bringen, ist zu unbedeutend, als dass es irgend- 
wie genügen könnte, indem es in der Fertigkeit mechanisch und mit einiger Beachtung des 
Sinnes zu lesen, und in der Fertigkeit besteht, etwas Dictirtes orthographisch nachzuschreiben. 

Aus diesem Grunde muss in den deutschen Stunden des Gymnasiums sorgfältig 
fortgebaut werden, u-enn der lateinische Unterricht gedeihen und nicht zu einem trockenen 
Gedärhtnissiverk ausarten soll. Dazu gehören nicht blos fortaesetzte Uebuno-en im 
mechanischen und logischen Lesen und im mündlichen sowie im schriftlichen Erzählen 
des Gelesenen; auch nicht blos die Befestigung in der Orthographie und von Quinta 
auf aucli kleine Uebungen in der stilistischen Darstellung, sondern auch die tüchtio-e 
Betreibung der deutschen Grammatik, in dem die Eigenthümlichkeiten derselben den 
Schülern theoretisch und praktisch zum Bewusstsein gebracht werden. Ich halte es für 
nothwendig, dass in den untersten Klassen sogar noch deutsch declinirt und conjugirt 
wird, dass aber Aveiterhin die deutschen Satzverhältnisse theoretisch betrachtet und 



' Sehr richtig sagt Hiecke (über den deutschen Unterricht auf deutsclien Gj^mnasien p. 202.) 
„Was aber das Wichtigste ist, wenn man sicli mit Hecht von der Erlernung des Lateinischen u. s. w. 
eine bedeutende Hülfe für die klare Einsicht in die Muttersprache verspriclit, warum nicht auch 
umgekehrt? Warum sollen wir nicht, sowie praktisch die Kenntniss derselben vorausgeht, so auch 
theoretisch die Erkenntniss der wesentlichsten grcimmatisclien Begriffe an den Erscheinungen der 
Muttersprache der weitern Ausdehnung dieser Erkenntniss an den fremden vorausgehen lassen? 
Und ist denn überhaupt ein anderer Gang nur möglich? In der That hat man es an dieser theore- 
tischen Vorbereitung der Erlernung fremder Sprachen in der Schule auch nie ganz fehlen lassen, 
wenn man auch darin nicht weit genug ging, und nicht scharf und genau genug ver- 
fuhr. Der Unterschied der Eedetheile, der Unterschied von Subject, Praedicat, Copula und ähn- 
liche Grundbestimmungen sind stets den Schülern an der Muttersprache klar gemacht und einge- 
übt worden. Auch ist es gar nicht anders möglich; denn wenn auch zum ersten Mal in seinem 
Leben der Schüler an dem beliebten terra est rotunda etwas von Subject, Praedicat und Copula 
erfährt, so kann er diese Belehrung doch erst verstehen, wenn er die Bedeutung des fremden 
Satzes in seiner Sprache kennt." 

^ Hiermit ist nicht die hiesige Vorschule zu verwechseln. 



6 



praktisch eingeübt und über deutsche Wortbildung und Wortstellung, sowie auch über 
die lexicahschen Verhältnisse die nöthige Auskunft gegeben wird. 

Die Kenntnüs der deutschen Sprache üt schon an^sich für jeden gebildeten Deutsehen 
nothwendig, und es ist eine Schmach, tvie erbärmlich es in dieser Beziehung um viele Ge- 
bildete unserer Nation steht; sie ist aber auch, um auf unser Thema zurückzukommen 
um des Latemischen willen nothwendig, weil ohne diese keine gründliche Vergleichung 
möglich ist.'' o *s 

«w -f ° *^!\«yf °'«'!«'=h« ^/'«»"«'""ngäweise der deutschen Grammatik eintreten soll, 

3 S;-?"l 1 Tu P'''°''"! ":^ " ""'^' wünschenswerth, wenn bereits in Sexta 
Thin^rV A ^^"^^''''\f^'"^™">f 'k theoretisch durchgenommen wird; es könnte leicht 
dahm fuhren, dass durch verfrühte Eeflexion und Abstration das unbewusst sich ent- 
faltende Sprachgefühl m den jugendlichen Gemüthern verkümmert würde « Für 
besser halt .ch es, wenn in Sexta und Quinta der einfache Satz an deutsch;n Lese- 
stucken emgeubt w,rd und zwar so, dass die schon vorhandene Kenntnis« bei den 
Knaben zu emer Erkenntnass erhoben wird, und wenn dann die systematische Behand- 
lungswe.se der deutschen Grammatik zugleich mit der lateinischen in Quarta eintritt 
wo dxe Knaben bere.ts reifer sind und ihr Sprachgefühl schon mehr geweckt isl 

Suchen w.r nun den oben aufgestellten Satz, die deutsche Grammatik soll der 
atem,schen vorarbeiten für die Schule zu verwerthen und nach unserem System den 
latem-schen und deutschen grammatischen Stoff auf die einzelnen Klassen zu vertheilen 
so wurde sich folgender Lehrplan ergeben. vcruieuen. 

In Se^ta wird vor allen Dingen°die deutsche Formenlehre repetiert und das Ein 

duttar-hr. 'nr'f " ^" '-'"''''^ '"'^'' darauf 'dieselbLinQ«1l 
durch ausführlichere Behandlung ergänzt, so dass der Schüler bei seiner VerseTzun^ 
nach Quarta e.n klares Verständniss von dem einfachen Satze hat und übera 1 Red! 

i-ensum, d. h. rege massige und unregelmässige Formenlehre, ausserdem die einfachsten 
syntaktischen Regeln, wie sie zum Lesen einfacher Fabeln und Lesestücke nöth " sind 
In Quarta kann bereits der deutsche zusammengesetzte Satz systematisch ein-e- 

wird, so ungefähr, wie ich denselben in dem Folgenden geben werde. Dei- Vorwurf 
den Gossrau diesem Systeme macht, dass nur ein Wissender ein so an^ele^tes Syltem 
begreifen könne fällt hier als nichtig fort, weil ja der Schüler bereits von Quinta he^ 

eich". r'v ';"*""'='>'^ ''^^^^^'^^ •^^""^- ^^- ^-'^' »^ber diese BehTndrun'stei e 
entschieden den Vortheil, dass hier auf schon Bekanntem weiter gebaut wird ünc Tss 
hier wirklich ein Vergleich mit der Muttersprache eintreten kan^n, während drsZ 

abhangt und daher nur zerstückelt und abgerissen ist. Jeder sieht daher leicht ein 
dtLtnntl";:fLr-'^t""'^''!f^'^''^^ -^^"^ dieser Behand.u„sweise Jette Td 

genommen Im Def) T"- 7°'°^ T' '""'' '^' -.sammengesetzte Satz durch- 
Lr ::n^erlS;rn Pelde ""tX ^"^^ ''' °~ '''''''- '^ ^"^- 

sein- Sen wiJltr T" " ^T'" """^ ^^°^^" ^'^ ^^'^•'^'^^''« Syntax absolviert 

ganzerSvntran I; ITv'^u'"^"'^"^ ^'^'''' ^^' ^^'^^^ ^'^ ^bschluss der 
ganzen Syntax an, so gehört dieselbe unbedingt nach Secunda. Dass natürlich in den 



! 



beiden obern Klassen gelegentlich und nach Bedürfhiss Eepetitionen aus allen Theilen 
der Grammatik eintreten und an den Klassikern sowohl wie an den Uebungsstücken 
und Extemporalien bald die eine bald die andere Eegel genauer entwickelt werden 
musSy brauche ich wohl nicht weiter zu erwähnen. 

Als Probe, wie ich mir eine lateinische Syntax vorstelle, lasse ich den einfachen 
Satz folgen. 

Es ist nicht meine Absicht, Vollständigkeit erzielen zu wollen, das Folgende soll 
weiter nichts sein als eine etwas ausgeführte Skizze. Allgemeine Regeln habe ich, wenn 
sie in mein System passten, aufgenommen, ohne den Namen des Autors zu nennen oder 
auch zuweilen nennen zu können, da manche Eegeln bereits Gemeingut geworden sind. 
Auch halte ich es nicht für nöthig, alle Bücher, die ich benutzt habe, aufzuzählen, von 
den neusten werde ich, wie ich glaube, die meisten gelesen haben. Doch wird ein jeder 
finden, der meine Satzlehre mit Grammatiken vergleicht, in denen ebenfalls die ratio- 
nelle Methode zu Grunde gelegt ist, dass ich ganz meinen eigenen Weg gegangen bin. 



EJ iiileitii.li 



1) Ein Satz ist ein in Worten ausgedrückter Gedanke. l. 

2) Die nothvvendigsten Bestandtheile eines Satzes sind Suhject und Fraedicat, 2. 
Subject ist der Satztheil, von dem etwas ausgesagt wird, Praedicat der, welcher von 
dem Subjecte etwas aussagt. 

3) Ein Satz heisst a) 7iackt, der nur aus Subject und Praedicat besteht, b) bekleidet, 3. 
in welchem zu einem der nothwendigen Satztheile noch ein bestimmender Zusatz tritt. 

4) Der bestimmende Zusatz kann sein : sl) Attribut, h)Object, c)adverbielle Bestimmung, 4. 



A. Nackter Satz. 



Cap. I. Subject. 

1) Das Subject steht auf die Frage wer? oder was? immer im Nominativ und ist 5. 
gewöhnlich ein Substantiv oder ein als Substantiv gebrauchtes Wort. 



2) Das Adjectiv kann im Lateinischen als Subject gebraucht werden: 



6. 



a) im Neutrum des Singular und Plural und im Masculinum des Plural, z. B. 
bonum, bona = das Gute, boni = die Guten. 

Anm. 1) Das Neutrum wird oft durch res umschrieben, z, B. bonum =res 
bona, bona = res bonae. 

2) Zu dem Masculinum des Singular und dem Femininum des Singular und 
Plural wird gewöhnlich ein Substantiv gesetzt, z. B. vir dives. 

b) Wird ein Adjectiv im Sprachgebrauche als Substantiv angesehen, so fehlt 
der Zusatz eines solchen, z. B. amicus, inimicus, aequalis u. a. m. 

3) Das Pronomen der ersten und zweiten Person (ego, tu, nos, vos) wird nur ge- 7. 
setzt, wenn es nachdrücklich hervorgehoben werden soll, sonst wird es ausgelassen und 
liegt in dem Verbum, an dessen Endung es erkannt wird. 



9. 



8 

8. 4) Immer liegt das Subject in dem Verbum impersoriale, welches eine Natur- 

erschemung ausdrückt, väe pluit, ningit, tonat, grandinat und in der 3 Pers Sinff Pass 
der Verba mtransitiva, wie z. B. curritur = man läuft, itum est, ventum est 

Anm. Das deutsche „man", das nur als Subject erscheint, wird* lateinisch 
ausgedrückt: a) durch das ganze Passiv, b) durch die 1 Pers. Plur wenn 
der Sprechende sich mit einrechnet, c) durch die 3 Pers. Plur., wenn homines 
zu ergänzen ist. d) Ueber die andern Fälle vgl. § 35, b und 51 a 
5) Das Subject kann auch ein Infinitiv sein, z. B. et monere et moneri proprium 
est verae amicitiae. *^ i-num 



9 



12. 



Cap.II. Praedicat. 

1) Arten des Braedicats. 

10. 1) Das Praedicat kann entweder ein verbales oder ein nominales sein 

"■ .n T ^f ^r^'-*«'"/;-''«''!«** i«' «1 Verbum (verbum finitum) und zwar ein transitives, 

Z A? ^«\'^;"fP'>««'^^ gebildet werden kann, und ein intransitives, von dem nur 

das Activ und die 3 Pers. Singul. im Pass. vorkommt. 

Anm. 1) Als ein verbum subiectivum ist auch esse anzusehen in der Be- 
deutung sich verhalten, sich befinden, geschehen, vor sich gehen. In diesem 
lalle kann auch ein Adverbium oder ein Substantiv mit einer Praeposition zu 
esse treten .so besonders die localen Adverbien: prope, proxime, procul, longe. 
obyiam, oder die nicht localen, wie clam, palam, satis, adfatim und die qualil 
tativen wie ahter, secus, item, sie, perinde, proinde, bene, male, recte u. a. m. 
l) Uas Praedicat kann auch wie im Deutschen durch ein Hüljsverbum (ver- 
bum auxihare) in Verbindung mit einem Infinitiv ausgedrückt werden, z B 
posse, debere, velle, noUe, malle, cupere, studere, coepisse, incipere, andere" 
conari, solere, consuescere, desinere, desistere u. a m 
ticinium ^;'.7'"'f 'V^"-*«'««-' ist ein mit einem Nomen (Substantiv, Adjectiv, Par- 
SE J:':'^"*''' '^'•°""'"^"^ ^-^^^""^^"^^ ^-^- D- FraeäieatsLne; steht 

''■ (verbuTcldSlft; t'^f^f -.^7-- -' «1- Subjecte verbindet, heisst Copula 
^verDum copu ativum). Solche Verba sind a) esse, b) fieri, evadere, existere manlr^ 

;n.ff"!"' »^ ?'^ ^"P"'''' '■''' '""' ■"^"'^ ausgelassen werden in Sprüchwörtern 
m effectvollen kurzenSätzen, in Schilderungen von Personen und Zuständen u s w 

eintreten'' lt\ r '" """f j™ Lateinischen immer dieselbe Constructiou 

e schSt i; ^''^"•f "■•, <="'" I^fi«»*--' m-g ich auch im Deutschen übersetzen: 
es scheint dass, als ob, als wenn oder ich scheine zu sein etc. 

ö) Im Lateimschen steht das Praedicatsnomen im Gemtiv in folgenden Fällen- 
a) bei esse m der Bedeutung „Ei<renthum sein« y R Pali;, Ta • • . 
bei fieri „Eigent hum werden,« z. l."Asiktre;t Romano^m. ^"^'^'^ "'^' 

tigen Wet^SuS) ™lT/l^"" O-*'.---""^ '"'''^'s'^«'* "-' '"«»'t diese bei dem thä- 
auf einen GegensS (OW L t .' •". . "t '." '^"'"" "" -biectivum, wendet sich dieselbe 
tivum einen IccuS, To '^^r^' ,^ ^^^t^T ^ " °''"""'"- ^'''"' '" ^"'""" °*"^''- 

mit den verbis obiect vis dTetnLen wZ. ^ 'r "• ?'""?'• ^" ^'"^ ^"'S'"''«" y>.z.\.U.n wir 



14. 



r 



b) bei esse in der Bedeutung ^es ist die Sache, Pflicht, Geschäft Jemandes«, wo 

dann gewöhnlich ein Infinitiv Subject ist, z. B. adulescentis est maiores natu vereri. 

Anm. „Es ist meine, deine etc. Pflicht'' wird durch das Neutrum Singul! 
des Pronom. possess. ausgedrückt. 

c) esse verbunden mit dem Genitiv substantivisch gebrauchter Neutra von Adjeo- 
tiven heisst „gelten, werth sein." Solche Genitive sindr^magni, pluris, plurimi, tanti, 
quanti, nihili, parvi, minoris, minimi u. a. m. 

d) esse mit dem Genitiv eines mit einem Adjectiv oder mit einem Zahlworte ver- 
bundenen Substantivs (Genit. qualitatis, vgl. § 73) heisst „besitzen, haben", z. B. virtus 
tantarum virium est, ut se ipsa tueatur. 

6) Bei esse kann das Praedicatsnomen auch im Ablativ (qualitatis, vgl § 82) stehen 15. 
statt des Genitivs qualitatis, z. B. bono animo esse = gutes Muthes sein. 

Anm. Bei esse steht, wenn auch nur bei Dichtern, ein Ablativ, um den 
Stoff zu bezeichnen, woraus etwas ist, z. B. auro Solis erat currus « der 
Wagen der Sonne war von Gold. 

2J Congruenz des :Praedicats mit seinem Subjecte.^ 

1) Das verbale Praediöat und die Copula stimmt wie im Deutschen mit seinem 16. 
Subjecte in dem Numerus und in der Person überein. 

Anm. Ist das Subject ein Collectivum, so steht das Praedicat zuweilen im 
Plural, z. B. atria turba tenent, veniunt leve vulgus euntque. 

2) Das adjectivische Praedicat stimmt mit seinem Subjecte im Genus, Numerus 17. 
und Casus überein, im Deutschen bleibt es unflectirt. 

Anm. 1) Ist das Subject ein Collectivum, so kann sich das Praedicat nach 
dem natürlichen Geschlechte der darunter verstandenen Gegenstände richten, 
besonders ist dies bei milia der Fall, z. B. duo milia hominum interfecti sunt. 

2) Ist das Subject ein Infinitiv, so steht das adjectivische Praedicat im Neutrum. 

3) Ist das Praedicatsnomen ein Superlativ mit einem abhängigen Genitiv 
(partitivus), so richtet sich dasselbe entweder nach dem Genus des Subjects (i) 
oder auch nach dem Genus des abhängigen Genitivs (2), besonders wenn das 
Subject ein nomen abstractum ist (3), z. B. Indus est omnium fluminum maxi- 
mus ri). — velocissimum omnium animalium est delphinus (2). — servitus 
postremum malorum omnium est ( 3). 

3) Das substantivische Praedicat stimmt mit seinem Subjecte nur im Casus überein. 18. 

Anm. 1) Ist das Praedicatssubstantiv ein substantivum mobile, so richtet 
es sich auch im Genus nach seinem Subjecte, z. B. aquila est regina avium. 

2) Ist das Subject ein Neutrum und das Praedicatssubstantiv ein substan- 
tivum mobile, so steht wie im Deutschen das Praedicat im xMasculinura, z. B. 
tempus est vitae magister» — das Gewissen ist der beste Richter. 

4) Ist das Subject ein Pronom. demonstr., interrogat. oder relativ, und das Prae- 19. 
dicat ein Substantiv, so muss das Subject mit seinem Praedicatsnomen auch im Genus 
übereinstimmen (congruentia inversa). Im Deutschen steht das Subject gewöhnlich im 
Neutrum und das Verbum „sein" congruirt mit seinem Praedicate, z. B. das sind 
bedeutende Männer. — ea est vera amicitia. 

Anm. Das Neutrum des Pronom. steht im Lateinischen, wenn der BegriflF 
des Praedicatssubstantivs bezeichnet werden soll. 

» Ich habe hier nur von der Congruenz des nackten Satzes zu sprechen, da die Sätze, la 
welchen mehrere Subjecte sind, als ünterabtheüung dem zusammengesetzten Satze angehören. 



10 



3) Tempora des I^raedicats. 

^' 1) Die Zeitformen (tempora) bezeichnen die Zeit, in welche nach dem ürtheil 

des Sprechenden die Aussage fallt. 

2) Bei den temporibus unterscheidet man: 

a) Zeitstufe: i) Gegenwart, 2) Vergangenheit, 3) Zukunft. 

b) Zeitart: i) dauernd, 2) vollendet. 
Hieraus ergiebt sich folgende Tabelle: 



21. 



Dauernd. 



Vollendet. 



Gegenwart. I Vergangenheit. 



Praesens. 



Imperfect. 



Zukunft. 



Futurum I. 



Perfect. (logic.) Plusquperfect. , Futurumll (exact.) 



2^- 3) Im Allgemeinen stimmen die Zeiten des Verbums im Lateinischen und Deut- 

schen überein. Zu bemerken ist nur folgendes. 

23. 4) Wie im Deutschen, so dient auch im Lateinischen das Praesens zur Erzählung 
vergangener Handlungen (Praesejis histor.), um die Erzählung dadurch zu beleben und 
die Handlungen der Vergangenheit, als ob sie gegenwärtig statt fänden, gleichsam vor 
die Augen zu führen. 

24. 5) Bei dem Perfectum unterscheidet der Lateiner das Perfect. praesens (loo-icum) 
nnd Perfect. historicum. ° 

a) Das Pirfect. praesens (logicum) ist gleich dem deutschen Perfect und deutet 
an, dass etwas geschehen ist, aber nicht mehr existiert, oder dass etwas geschehen ist, 
aber in seinen Wirkungen noch fortdauert. 

Anm. Das deutsche Perfect wird im Lateinischen immer durch das Perfect 
(praesens) übersetzt. 

b) Das PerfeeL JuMoriciim erzählt vergangene Handlungen ohne alle Rezieh nno- 
auf die Zeit des Sprechenden. Es wird in Erzälilungen gebraucht, wie im Deutschen 
das Imperfectum. 

^ Anm. Als Coiijunctiv des Perfect. histor. kann man im Lateinischen den 
Conjunctiv des Imperfects ansehen. 

6) Der Indi-atic des Imperfects wird zur Bezeichnung von Sitten, Gebräuchen, 
Gewohnheiten, Einrichtungen, zu Beschreibungen und Schilderungen gebraucht und stets 
durch das deutsche Imperfect Übersetzt oder durch das Hülfsverbum „pflegen" umschrieben. 

Anm. Im Briefstil werden im Lateinischen die vollendeten Zeiten (Imperfect 
und Plusquperfect) oft so gebraucht, dass sich der Schreibende in die Zeit 
versetzt, in welcher der Brief von dem Empfänger gelesen wird. 

7) Bei dem Gebrauch der Fntura ist der Lateiner genauer als der Deutsche 
Wir gebrauchen häufig das Praesens, wo der Lateiner das Futurum oder Futurum 
exactum, und das Perfectum, wo er das Futurum exactum setzt. 

Anm. Ueber die 2. Pers. Futuri in Heischesätzen vgl. § 52. 

27. 8) Zur Bezeichnung einer Handlung, die man Willens, im Begriff ist zu thun, 
dient d,e coniugatio periphrastica im Activ, um die Nothwendigkeit zu bezeichnen, die 
coniugatio penphrastica im Passiv. 

4) Modi des I^raedieats. 

28. 1) Um das Verhältniss zu bezeichnen, in welchem der im Satze ausgesprochene 
Gedanke zur Wirklichkeit steht, dienen die Modi. 



25 



26 



11 

2) Im Lateinischen wie im Deutschen giebt es 3 Modi : Indicativ, Conjunctiv 29. 
und Imperativ. 

a) Der Indicativ bezeichnet den Inhalt eines Satzes als wirklich und thatsächlich. 

b) Der Conjunctiv bezeichnet das Praedicat als ein blos gedachtes im Gegensatz 
zur Wirklichkeit. 

Anm: Im Deutschen gebrauchen wir die Hülf s verba können, mögen, dürfen u. s. w. 

c) Der Imperativ ist der Modus des Befehls oder der Bitte. 

3) Die Modi richten sich nach den Satzarten, deren es im Ganzen vier giebt: 30. 
Behauptungssatz (§ 31), Fragesatz (§ 36), Wunschsatz (§ 43), Heischesatz (§ 47), die 
theils bejahend (affirmativ), theils verneinend (negativ) gebraucht werden können. 

a) Behauptungssatz. 

1) Der Behauptungssatz (Urtheilssatz, Aussagesatz) drückt eine Behauptuncr 3i. 
(ürtheil. Aussage) des Sprechenden aus. Negation non. ° 

2) In dem gewöhnlichen Behauptungssatze steht im Lateinischen und Deutschen 32. 
der Indicativ, 

3) Abweichend vom Deutschen, wo der Conjunctiv steht, wird im Lateinischen 33. 
der Indicativ gesetzt 

a) bei den Hülfsverben sollen, müssen, können, erlaubt sein (debere, oportet, 
necesse est, decet, licet, posse), wenn eine Wirklichkeit und keine Bedinguno- ausge- 
drückt wird. Statt des deutschen Conj. Imperf. wird im Lateinischen "der^ Indicat 
Praes. und statt des deutschen Conj. Plusquperf. im Lateinischen der Indicat. des 
Imperf., Perfect. oder Plusquperf. gesetzt. 

Anm. Doch ist hier auch der conditionale Conjunctiv wie im Deutschen 
nicht ausgeschlossen. 

b) Ebenso steht der Indicat. des Hülfsverbums esse in Verbindung mit den Adjectiven 
par, aequum, lustum, fas, nefas, longum, multum etc. und mit den Participien auf — ndus. 

c) Bei paene und prope steht der Indicat. Perfect. 

4) In Ausri^sätzen, d. h. solchen, in denen die Behauptung recht lebhaft durch 34. 
den Ton ausgedrückt wird, steht der Indicativ, z.B. o audaciam immanem! tu etiam 
mgredi illam domum ausus es! 

Anm. Sehr leicht kann der Ausrufsatz auch als Fragesatz aufgefasst werden 
Vgl. § 42 Anm. 

5) Bei gemilderten Aussagen und Behauptungen steht der Conjunctiv (potentialis), 35. 
der sich wenig von dem Indicat. des Praesens oder des Futurums unterscheidet. Im 
Deutschen gebraucht man die Hülfsverba ich möchte, ich könnte, ich dürfte. 

a) Der Conjunctiv des Praesens oder des Perfects wird fast ganz gleich gebraucht 
(potentiahs der Gegenwart), z. B. dicat oder dixerit quispiam. - Non facile'' dixerim. 

b) Von dem Conjunctiv des Imperfects (potentialis der Vergangenheit) wird ge- 
wöhnlich nur die 2. Pers. Sing., welche das deutsche „man" vertritt, bei den Verben 
dicere, credere, putare, existimare, videre, cernere etc. gebraucht, z. B. man hätte glauben 
sollen = putares, crederes, existimares. 

Anm. Ueber den Conjunctiv potentialis in Fragesätzen vgl. § 37, b. 

h) Fragesatz. 
1) Der Fragesatz drückt eine Frage des Sprechenden aus und wird im Deutschen 36 
^tweder durch Versetzung des Verbums oder sehr häufig durch Betonung desjenigen 
Wortes, auf welches es ankommt, gebildet oder mit Fragewörtern eingeleitet. 



i„ 



12 



13 



n. 



2) Im Lateinischen und Deutschen steht der Jndicatw, der Conjunctiv aber 
^ a) bei dem Ausdrucke des Zweifeins, wenn man fragt, was geschehen soll ? (Con- 
lunctiv. dubitativus), und zwar Conjunctiv Praes. für unser soll, z. B. quid faciam^ 
und Conjunctiv Imperf. für unser häUe sollen, z. B. quid facerem? 

^ b) wenn bei der Auflösung des Fragesatzes in einen Behauptungssatz der Con- 
juncüv stehen würde, vgl. § 35. 

38. 3) Die Frage zerfällt in Verhalfrage und Ergänzungsfrage. 

» 4) Die Verhalfrage stellt im Deutschen das Verbum an die Spitze des Satzes und 

▼erlangt eme bestimmte oder unbestimmte Antwort, ja oder nein, wobei das Verbum 

der Jbrage zu ergänzen ist. 

**■ t .t^?'^J^'}fiT .''' '"" Lateinischen oft nur an der Betonung als Fragesatz 
kenntlich. Gewöhnlich aber gebraucht man die Fragewörter - ne, nuin, notine tn 

a) - ne, die allgemeinste Fragepartikel, giebt dem Satze blos die fragende Form 
wenn der Fragende nicht andeuten will oder kann, ob er ja oder nein erwartet 

t^'n' '> - f «l^ht fiir ''onne in den Fragen: videsne, videmusne, videtisne. 
2) Gewöhnlich wird - ne an das Wort gehängt, welches besonders betont ist. 

b) num (verstärkt numne), etwa? doch wohl? steht, wenn der Fragende andeutet 
dass er nein erwartet. cmci, 

c) nonne wird gesetzt, wenn die Antwort ja erwartet wird. 

d) Die einfachen Verbalfragen mit an (oder? oder etwa?; sind aus der Doppelfrac^e ' 
enstanden, mdem das erste Glied derselben zu ergänzen ist. ° 

Anm. 1) Die Antwort Ja wird lateinisch ausgedrückt a) durch ita, ita est, 

certe, sane etc. b) durch Wiederholung des Wortes, worauf die Frage gerichtet ist. 

2) Die Antwort ««n wird ausgedrückt a) durch minime, minime vero, b) durch 

non mit Wiederholung des in der Frage betonten Wortes 

6) Ergämnngsfragen sind solche, welche nicht ja oder nein, sondern einen Theil 

des Satzes als Antwort ver angen, damit der in der Frage noch fehlende Theil des 

Gedankens ergänzt werden so 1. Solche Fragen beginnen stets mit einem Fragepronomen. 

! S' ^'^r'r^f^^^ Jä«3t sich in Substantü-, A^ljeetiv- und A dverbial f rage eiutheilen. 

a) Die Substantivfrage wird mit substantivisch gebrauchten Fragepronom. einge- 
leitet, wie qms? quid? quisnam? uter? ° ^ ° 

b) die Adjectivfrage mit adjeetivisch gebrauchten Fragepronom., wie qui, quae 
quod, uter (auch substant.), qualis, quantus, quotus, quot ^ 

c) die Adverbialfrage mit adverbialen Fragewörtern, wie ubi, unde, quo qu-xndo 
qnotiens, quin u. s. w. » . , unue, quo, quanao, 

Anm. Sehr oft kann die Ergänzungsfrage durch eine leichte Veränderung 
der Betonung zu einem Ausrufsatze werden. Vgl. § 34 Anm. ° 

cj Wunschsat». 

"• Schüler ^:, mX"' '-'''' ^^"^" ^""-'^ «^^ «P-»'-''- aus, z. B. wäre der 
** «?.!. ^i ^" ^^?"',f "^ """^ Deutschen steht in Wunschsätzen der Conjunctiv (optativusl 



41. 



/ 



3) In dem einfachen Wunschsatze steht: ^5 

a) der Conjunctiv des Praesens oder Perfects, wenn die Erfüllung des Wunsches 
als möglich gedacht werden soll. 

Anm. 1) Zu dem Conjunctiv des Praes. und des Perfects kann auch velim 
gesetzt werden. 

2) 1. Pers. Singul. Praes. steht bei Versicherungen, Betheurungen und 
Schwuren, z. B. ita vivam = so wahr ich lebe, moriar = ich will sterben 
ne sim salvus = ich will nicht gesund sein. ' 

IT ^-i!"^ ^^\ Conjunctiv des Imperfects oder des Plusquperf. steht bei Wünschen, deren 
±irtullung als nicht möglich gedacht werden soll. 

Anm. Zu dem Conjunctiv des Imperf. oder des Plusquperf kann auch 
vellem gesetzt werden. 

4) Ein Wunsch kann auch in die Bedeutung des Einräumens oder des Zugestehens 46. 
übergehen. In diesem Falle steht der Conjunctiv des Praes. und Perfects (Coniunctivus 
concessivus) mit und ohne Conjunction ut, licet. Negation ne. ' 

dj Reiscliesatz. 

1) Die Heischesätze drücken einen Befehl, Ermahnung, Aufforderung, Bitte aus. 47. 
l^er Heischesatz ist oft nur an der Betonung kenntlich. Negation ne. 

2) IrnLateinischenundDeut8chenstehtder7m;>.m^^t., Con^mctivxxndi^Mc,\i^erIndicaUv. 48. 

3) Der Imperativ wird im Lateinischen eingetheilt: 49 

^ a) Imperat. Praes. oder Jussiv. Dieser drückt aus, dass etwas sogleich oder noch 
spater eintreten soll. 

b) Imperat. Futur. Dieser drückt aus, dass etwas in der Folge, sobald etwas an- 
deres statt gefunden hat, geschehen soll, daher wird er auch in Gesetzen, Verträ-en 
Testamenten gebraucht. ° ' 

4) Umschrieben wird der positive Imperativ a) durch cura, curato ut, b) fac ut 50. 
c) fac mit dem Conjunctiv; der verbietende Imperativ aj durch cave ne oder cave mit 
dem Conjunctiv des Praes. oder Perfects, b) durch fac ne, c) durch noli mit dem Infinitiv 

5) Der Conjunctiv wird in Heischesätzen in folgenden Fällen gebraucht: 51. 

a) 2. Pers. Sing. Praes. gewöhnlich, wo dieselbe ein unbestimmtes Subject ,,ma^i^ 
bezeichnet. ("Coniunctivus imperativus). 

b) 3. Pers. Sing. Praes. positiv und negativ, ausgenommen in der Sprache der Gesetze. 

c) l.Pers. Plur. Praes. in Aufforderungen, z B. eamus. 

d) 2. Pers. Singul. Perfecti im negativen Sinne, z. B. ne dixeris. 

^ e) Conj. des Imperf und Plusquperf in Vorschriften, die sich auf die Vercrano-en- 
heit beziehen, wo etwas hätte gesehen sollen oder müssen. "^ "" 

6) Der Indicatw wird in Heischesätzen nur in der 2. Pers. des Futurums angewandt. 52. 
JMegation non. z. B. tu non cessabis et ea, quae habes instituta, perpolies nosque diliges. 

» Der Coniunctivus concessivus kann auch als ein Theil des Heischesatzes angesehen werden. 



• Die Doppelfrage ist ein Theil des zusammengezogenen Satzes. 



^ 



14 



B. Bekleideter Satz. 



Cap III. Attribut. 

53. Ij Attribut ist die nähere Erklärung eines Substantiv oder eines substantivisch 
gebrauchten Wortes. 

Anra. Das Attribut kann zu jedem substantivischen Satztheil gesetzt werden. 

54. 2) Das Attribut zerfällt in ein beigeordnetes (§ 55) und ein untergeordnetes 
(§ m) Attribut. 

1) Beigeordnetes Attribut. 

55. ^ 1) Das beigeordnete Attribut steht immer mit dem Substantiv, zu welchem es gehört, 
im gleichen Casus, 

56. 2) Das beigeordnete Attribut kann sein ein adjectivisches (§ 57) und ein sub- 
stantivisches (§ 61) xVttribuf. 

aj Das fuljectivlsehe Attribut. 

57. l) Das adjectivische Attribut ist im Lateinisclien und Deutschen ein Adjectiv oder 
Participium, Pronomen oder Zahlwort. 

58. 2) Das adjectivische Attribut richtet sich ausser im Casus auch im Genus und 
Numerus nach seinem Substantiv. 

59. 3) Bezieht sich das adjectivische Attribut auf mehrere Substantiva, so stimmt es 
gewühnlich im Geschlechte mit dem zunächst stehenden überein oder wird wiederholt, 
wenn das Geschlecht der Substantiva verschieden ist. 

60. 4) Der Lateiner gebraucht häufig das adjectivische Attribut, wo wir im Deutschen 
em Adverbium setzen; besonders ist dies der Fall bei zuerst, spätor, z^detzt (primus, 
prmceps, prior, postremus;, bei solus und unus. i Praedicats- Attribut). 

b) Das substnnthHsche Attribut der A2)position. 

61. 1) Die Apposition muss mit ihrem Substantiv in demselben Casus stehen, Nume- 
rus und Genus kann verschieden sein. 

62. 2)^ Im Deutschen muss die A],position oft durch als übersetzt werden (Praedicats- 
Apposition), z, B. Cato sencx historiam scripsit. 

63. 3) Die Apposition, die sich auf mehrere Substantiva bezieht, steht im Plural. 

64. ^ 4) Wenn das substantivum appositum zwei genera hat, so stimmt es auch* mit 
seinem Substantiv im Genus und Numerus überein, z. B. aquila, regina avium. -^ 
Athenae omnium doctrinarum inveiitrices. 

65. 5)^ Das Praedicat richtet sich nach dem Subjecte, nicht nach der dazu gehörenden 
Apposition. xVir wenn Ortsnamen durch urbs, oppidum und civitas erklärt werden, 
so bezieht sich das Praedicat auf letztere. 

2) Untergeordnetes Attribut. 

66. Das untergeordnete Attribut steht mit seinem Substantiv nicht im gleichen Casus 
von gleicher Bedeutung, sondern ist entweder ein Genitiv (§ 67) oder Ablativ (§ 82) 
oder em Casus mit einer Praeposition (§ 83). 

a) (Genitiv- Attribut. 

^^' w }^ S^''^'^ "''' ^""'^'^ ^'''' ^'""'"^ Substantiv oder einem substantivisch gebrauchten 
Worte abhangt, so nennt man ihn Genitiv-Attribut. 

68. 2) Das Genitiv-Attribut drückt ein dreifaches Yerhältniss aus, das subjective (§ 69), 

objective (§ 76) und praedicative (§ 79). 



15 

a) Das subjective Verhältniss. 

1) Das subjective Verhältniss ist anzunehmen, wenn der Genitiv bei der Auflö- 69. 
sung in einen ganzen Satz die Stelle des Subjects vertritt. 

2) Genitivus subiectivus bezeichnet in der Auflösung das handelnde (active) Sub- 70. 
ject, wobei dann gewöhnlich das Beziehungswort in das verbale Praedicat oder in das 
Praedicats-Adjectiv verwandelt werden kann. 

3) Genitivus possessivus bezeichnet die Person oder Sache, welcher etwas ano-e- 71. 
hört, wobei das Beziehungswort als Object zu einem Yerbum wie haben, besitzen auf- 
zulassen ist. 

4 ) Genitivus auctoris bezeichnet die Person oder Sache, von welcher etwas herkommt. 72. 

An in. Selten wird der Stoff, woraus ein Gegenstand besteht, durch den 
Genitiv bezeichnet (Genit. materiae), z. B. montes auri polliceri. Stattdessen 
wird ein Adjectiv oder eine Praeposition gesetzt. 

5) Genitivus qnalitatis. Der Genitiv eines Substantivs mit einem Adjectiv oder 73. 
Zahlworte dient zur Bezeichnung einer Eigenschaft und wird im Deutschen durch 
von übersetzt, 

Anm. Ueber den Genitiv qualit. als Praedicat bei dem Hülfsverbum 
esse vgl. § 14, d. 

Gj Genitivus rpiantitati,^ steht bei den Wörtern, welche eine Quantität oder ein 74. 
Mass (auf die Frage wieviel?) ausdrücken. Jm Deutschen bleibt das abhängige Nomen 
gewöhnlich unflcctirt. Solche Wörter sind: 

a) Substantive, wie medimnum, modius, as, copia, vis, multitudo etc. 
b)^ Die Neutra singularia der Quantitätsadjectiva, aber nur im Nominativ und 
Accusativ, wie tantum, quantum, aliquant um, multum, plus etc. 
c) Die Neutra der Pronom , wie hoc, idem, illud, id etc. 

^ Anm. Zu dem Neutr. eines Adject. und Pronom. kann auch der Genitiv 
eines Adject. im Neutrum gereizt werden, aber nur von solchen nach der 
zweiten Declinat.. nie von denen nach der dritten. 
7) Genitivus parfitivHs bezeichnet das Ganze, von dem ein Theil genommen wird, 75 
das Beziehungswort bezeichnet diesen Theil. Im Deutschen wird der Genit. partit 
mit den Praeposit. von und unter umschrieben. Ein solcher Genitiv steht: 

a) bei Comparativen und Superlativen von Adjectiven und Adverbien. 

b) bei Zahlwörtern, mögen sie eigentliche Numeialia oder zählende Adjectiva sein, 
wie multi, pauci. 

Anm. Bei adjectivischen Wörtern können statt des Genit. auch die Prae- 
positionen ex, de, in, inter stehen, nie ab. 

c) bei den substantivischen oder substimtivisch gebrauchten Pronom., wie quis, 
quisquam, ullus, nulJus, alius, alter etc. 

Anm. Der Genitiv kann nur gesetzt werden, wenn der Gegensatz des 
Ganzen zu seinem Theile hervorgehoben wird, nicht wenn die Gesammtheit 
gemeint ist. 

ß) Das objective Verhältniss. 

^ 1) Das objective Verhältniss ist anzunehmen, wenn der Genitiv bei der Auflösung 76. 
in einen Satz die Stelle des nähern oder entferntem Objects vertritt. 

2) Der Genitivus obiectivus wird gewöhnlich mit einer Praeposition übersetzt, z. B. 77. 
metus hostium ^ Furcht vor den Feinden d. h. aliquis metuit hostes. 

Anm. Statt des Genit. obiectivus können auch die Praepositiouen in, erga 
und adversus gebraucht w^erden, vgl. § 85, a. 



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immtl 



16 

78. 3) Statt des Genit. obiect. der pronom. person. im Singular: mei, tui, sui kann 
auch das pronom. possessiv, als adjectivisches Attribut eintreten, z. B. invidia tui und 
invidia tua. 

Anm. Von einem Worte kann zugleich ein Genit. obiect. und subiect. ab- 
hängen, z. B. veteres Helvetiorum iniuriae populi Eomani. 

yj Das praedicative Verhältniss. 

79. 1) Das praedicative Verhältniss ist anzunehmen, wenn bei der Auflösung in einen 
Satz der Genitiv Subject und das Beziehungswort Praedicatssubstantiv wird. 

80. 2) Solche Genitive (Genit. der Identität, Genit. explicativus oder epexegeticus) 
sind z. B. virtus abstinentiae = die Tugend der Enthaltsamkeit d. h. die Enthaltsam- 
keit ist eine Tugend. — arbor abietis = der Tannenbaum d. h. die Tanne ist ein 
Baum. — gens Sueborum. — oppidum Antiochiae. 

Anm. 1) Im Deutschen ist dies Verhältniss nur auf Abstracta beschränkt. 

2) Bei flumen, urbs, oppidum steht gewöhnlich wie im Deutschen der Name 
als Apposition. 

3) Bei vox, nomen, verbum, vocabulum steht der Name im Genitiv, z. B, 
vocabulum Germaniae. — nomen carendi. 

81. 3) Wenn im Deutschen ein Infinitiv mit zu von einem Substantiv abhängt, so 
steht im Lateinischen der (jcnitiv des Gerundiums, z. B. ars scribendi = die Kunst 
zu schreiben d. h. Schreiben ist eine Kunst. 

bj Ablativ- Attribiit. 

82. ^ Das Ablativ-Attribut tritt nur im Ahlat. quolitatis auf (vgl. § 15), in welchem, wie 
bei dem Genit. qualit-, der Ablativ eines Substantivs in Verbindung mit einem Adjectiv 
(nie mit einem Zahlworte) zur Beiclmung einer Eigenschaft dient. » 

c) JPraeposltlonS'Attribut. 

83. 1) Hängt ein Casus mit einer Praeposition von einem Substantiv ab, so nennt man 
dies ein Praepositions-Attribut, das im Deutschen weit häufiger ist als im Lateinischen. 

84. 2) Im Allgemeinen vermeidet der Lateiner gern die Verbindung zweier Substantiva 
durch eine Praeposition und zvv^ar: 

a ) durch den Gebrauch des Genitivs, z. B. rex Macedoniae-: der König von Macedonien. 

b) durch ein Adjectiv, z. B. Bellum Gallicum = der Krieg mit den Galliern. 

^ c) durch Hinzufügung eines Participiums, z. B. Bellum cum Gallis gestum == der 
Krieg mit den Galliern. 

d) durch Hinzufiigung eines Relativsatzes, z. B. Bellum, quod cum Gallis ^estum 
est = der Krieg mit den Galliern. 

e) durch die Stellung, z. B. illi de republica libri. 

85. 3) Praepositions-Attribute werden im Lateinischen angewandt: 

a) an Stelle des Genit. obiect. die Praepositionen in, erga und adversus bei den 
Wortern, welche eine Gesinnung, Zu- und Abneigung, Freundschaft oder Feindschaft 
bezeichnen besonders wenn das Object eine Person ist und das regierende Substantiv 
selbst im Genitiv steht, um Zweideutigkeiten zu vernjeiden, z. B. amor erga parentes, 
aber nie amor in litteras. 

^l bei Bezeichnung des Stoffes, der Herkunft, z. B. imago ex aere.- uxor exHelvetiis. 

» Es wird sehr angebracht sein, an dieser Stelle den Unterschied zwischen Genit. und Ablat. 
qualit. auseniander zu setzen. 



17 

c) bei Citaten und Büchertiteln, z. B. illa de Andromacha = jene Verse aus 
der Andromache. 

d) bei geographischen Bestimmungen, besonders auf die Frage woher? und wohin? 
z» B. reditus in caelum. 

Cap. IV. Object. 

1) Object ist der Gegenstand (Person oder Sache), auf welchen sich die von dem »«. 
Subjecte ausgesagte Thätigkeit bezieht. 

2) Man theilt das Object ein in näheres und entfernteres Object. W. 

1) Näheres Object. 
1) Zum Ausdruck des nähern Objects dient im Lateinischen wie im Deutschen 88. 
der Accusativ. 

Accusativ. 

1) Der Accusativ dient dazu, den an sich unvollständigen Sinn eines Verbum transi- Sa- 
tivum zu ergänzen und zu. vervollständigen und steht auf die Frage wen? oder was? 

Anm. 1) Bei mittere und einigen Compositen fehlt häufig der Objects- Accusativ, 
welcher eine Person bezeichnet, die etwas thun oder melden soll, wo dann ein 
sinnverwandtes Nomen als Object zu ergänzen ist, z. B. Caesar ad praefectos 
misit, qui nuntiarent. 

2) Zuweilen wurd auch die Angabe des Objects bei transitiven Verben mit 
de umschrieben, z. B. si pace uti velint, iniquum esse de stipendio recusare. 

2) Die deutschen transitiven Verben stimmen meistens mit den lateinischen überein. 90. 

a) Einfacher Accusativ. 

1) Die Verba oleo, redoleo, sapio, resipio sind im Lateiniscnen Verba transitiva, 91. 
im Deutschen dagegen intransitiva und werden übersetzt, nach etwas riechen, schmecken. 

2) Transitiv sind im Lateinischen folgende Verba, welche im Deutschen durch 92. 
Intransitive übersetzt zu werden pflegen. 

iuvo und adiuvo 

aequo und aequipero etc. 

3) Bei den impersonellen Verben piget, pudet, paenitet etc. steht der Accusativ der 93. 
Person. Derselbe ist im Lateinischen Objectscasus, denn die Verba bedeuten eio-entlich: 

es erfüllt mich mit Scham, Verdruss, Reue u. s. w. Die Sache steht im Genitiv. Vgl. § HO. 

4) Die impersonell gebrauchten Verben fallit, fugit, praeterit etc. haben den Accusativ 94. 
der Person bei sich. Die Sache (als Subject) wird durch den Infinitiv oder durch das 
Neutrum eines Adjectivs oder eines Pronomens ausgedrückt. 

Anm. Von decet und dedecet ist auch der Plural gebräuchlich. 

5) Viele Verba sind im Lateinischen bald subjectiv bald transitiv und werden daher mit 95. 
einem Accusativ verbunden, je nach dem man sie übersetzt. Im Deutschen werden sehr 
viele Verba subiectiva durch die Vorsetzsilben he, er, ver, zer transitiv, z. B. irridere 
lachen und verlachen, — mirari und admirari sich wundern und bewundern, — flere 
weinen und beweinen. 

6) Lateinische Subiectiva werden transitiv und insofern mit einem Accusativ ver- 96. 
bunden, wenn sie mit Praepositionen zusammengesetzt werden. 

a) Die Verba der Bewegung, wie ire, vadere, currere, volare etc. regieren in Zu- 
sammensetzungen mit den Praepositionen circura, per, praeter, trans den Accusativ, 
z. B. circumire tentoria ==■ an den Zelten herumgehen, circumire hostes =» um die 
Feinde herumgehen, d. h. die Feinde umzingeln» 




18 

b) in den Zusammensetzungen mit den Praepositionen ad, con, in und ex, wenn 

sie eine bildliche oder doch veränderte Bedeutung annehmen, wie z. B. adire aliquem =3 

sieb mit Bitten an Jemand wenden, — adire urbes = Städte besuchen, — coire societatem = 

ein Bündniss schliessen, — inire consilium =» einen Entschluss fassen. — 

97. 7) Lateinische Verba subiectiva können mit einem Accusativ verbunden werden: 

a) wenn zu ihnen ein Substantiv desselben Stammes oder von ähnlicher Bedeutung 
mit einem ad jecti vischen Attribute tritt, z. B. vitam iucundam vivere etc., aber ohne 
Attribut nur servitutem servire. 

b) wenn besonders Verba der Gemüthsstimmung ein ganz allgemein gefasstes 
Object zu sich nehmen, wie das Neutrum eines Pronomens (id, aliud, hoc, illud) oder 
eines Zahladjectivs, (multum, plus, nimium, nihil) z, B. hoc laetor. 

ß) Doppelter Accusativ. 

^. 1) Ein doppelter Accusativ, der des Objects und der des Praedicats (Substantiv 

Bnd Adjectiv), steht bei folgenden Verben. Im Deutschen übersetzen wir den Praedi- 
catsaccusativ mit: y«r, ah^ zu, in, 

a) wozu machen, ernennen, erwählen. 

b) nennen, für etwas halten, ansehen, erklären, als etwas erkennen. 

c) als etvvas haben, wozu geben, nehmen. 

d) sich als etwas zeigen (se praebere, se praestare). 

99. 2) Ein doppelter Accusativ, der der Person und der der Sache, steht bei den Verben: 

a) lehren (docere, edocere) und verheimlichen (celare). 

b) bei den Verben des Fragens, Bittens und Forderns. 

Anm. 1) Die Verba des Fragens und Bittens haben neben dem Accusativ 
der Person fast nur den Accusativ des Neutrums eines Pronomens bei sich, sonst 
steht die Sache im Accusativ und die Person mit den Praepositionen ab, de, 
ex, wie z. B. bei quaerere immer ex und ab, bei petere immer ab. 

2) Die Verba des Forderns haben die Sache im Accusativ und die Person 
auch mit ab bei sich, so immer bei postulare. 
100. 3) Ein doppelter Accusativ, der der Person und der der räumlichen Bestimmung 

steht bei den mit trans zusammengesetzten Verben, wie transmittere, transducere, 
transicere, z. B. Agesilaus Hellespoutum copias traiecit. 

2J JEntfernteres Object. 

IW. Das entferntere Object, zu dem der Genitiv (§ 102) und Dativ (§ 116) gehört, 

steht entweder bei objectiven Verben oder bei transitiven, die bereits durch den Zusatz 
eines nähern Objects eine gewisse Vollständigkeit des Sinnes erlangt haben, oder auch 
bei Adjectiven und Adverbien. 

a) Genitiv. 

102. Der Genitiv steht auf die Frage wessen? bei Verben (§ 103), Adjectiven (§ 111) und 

Adverbien (§ 113). 
a) Genitiv abhängig van Verben und zwar aa) von objectiven Verben. 

103. 1) Wie im Deutschen so steht auch im Lateinischen der Genitiv bei den Verben 
memini, reminisci und recordari. 

Anm. 1) memini mit dem Accusativ der Person heisst ^ich vergegenwär- 
tige mir Jemand.-' 

2) memini de aliqua re = einer Sache Erwähnung thun. 

3) Obige Verba können auch mit dem AccuÄtiv der Sache construiert 
werden nach § 97, b. 



JL9 

2) Bei oblivieci, in mentem mihi venit, indigere steht im Lateinischen der Genitiv. 104. 

Anm. 1; Bei oblivisci steht auch der Accusativ der Sache. 

2) Bei in mentem mihi venit kann auch das Subject im Nominativ stehen, 
gewöhnlich wenn es das Neutrum eines Pronomens ist oder etwas allgemein 
Sächliches bezeichnet, z. B. omnia mihi in mentem venerunt. 105. 

3) Bei interest und refert, es ist daran gelegen, steht: 

a) die Person, der etwas woran gelegen ist, im Genitiv, nur bei den Pronom. 
person. wird der Ablat. Singul. generis femin. angewandt. 

b) die Sache, woran etwas gelegen ist, wird nicht durch ein Substantiv ausgedrückt, 
sondern 1) durch das Neutrum eines Pronomens id, hoc, illud. 2) durch einen Infinitiv. 
3) durch einen Accusativ. c. Infinit. 4) durch einen Nebensatz mit ut oder ne. 5) durch 
einen indirekten Fragesatz. 

c) wieviel, wie wenig an einer Sache gelegen ist, wird ausgedrückt 1) durch einen 
Genit. des Werthes, wie magni, parvi, pluris, tanti, quanti. 2) durch die Adverbien 
valde, vehementer, magno opere, magis etc. 3 ) durch die Neutra multum, plus, plurimum etc. 

ßß) Genitiv bei transitiven Verben neben dem Accusativ 

des nähern Objects. 

1) Bei den Verben admonere, commonere und commonefacere steht die Person 106- 
oder Sache, an die ich Jemand erinnere, im Genitiv. 

A n m. Das Neutrum eines Pronomens steht im Accusativ, z. B. illud te admoneo. 

2) Bei den Verben accusare, incusare, insimulare, arguere, damnare, condemnare, 107. 
liberare etc. steht das Verbrechen, dessen man einen anklagt u. s. w., im Genitiv. 

Anm. 1) Auch die Strafe, zu der Jemand verurtheilt wird, steht im Genit., 
z. B. capitis damnare. 

2) Eine bestimmte Summe, zu der Jemand verurtheilt wird, steht im Ablativ. 

3) Bei den Verben schätzen, d. h. hoch oder gering achten, wird der allgemeine 108. 
Werth durch den Genitiv ausgedrückt, vgl. § 14, c. 

4) Bei den Verben kaufen, verkaufen, miethen, vermiethen, kosten stehen die ver- 109. 
gleichenden Angaben des Werthes im Genitiv, wie pluris, minoris, tanti, quanti, sonst 

im Ablativ, wie magno, parvo, minimo. Vgl. § 158, e. 

5) Die impersonellen Verben piget, pudet, paenitet etc. stehen mit dem Accusativ ItO. 
der Person (§ 93) und dem Genitiv der Sache. 

Anm. Statt des Genit. steht oft ein Infinitiv oder ein Satz mit quod. 

ß) Genitiv abhängig von Adjectivenm 

1) Bei vielen Adjectiven, die eine Beziehung auf einen andern Gegenstand ent- lil. 
halten und deshalb eine Ergänzung bedürfen (Adiectiva obiectiva), steht der Genitiv, 
namentlich bei denen, welche bedeuten: begierig, kundig, eingedenk u. s. w» 

2) Der Genitiv steht bei den Particip. Praes. transitiver Verben, wenn sie eine 112. 
dauernde Eigenschaft bezeichnen, z. B. fugiens laboris = arbeitsscheu. 

y) Genitiv abhängig von Adverbiefi. 

1) Bei den Quantitätsadverbien, wie satis, parum, nimis, abunde, adfatim steht ^^^• 
der Genitiv. 

2) Zu den Ortsadverbien treten zur Verstärkung des Begriffes „wo" die Genitive 114. 
terrarum, gentium, locorum u. a. m. 




20 



21 



117. 



m. 



Anm. Auch bei den Zeitadverbien pridie und postridie kann der Genitiv 
eius diei stehen« 

1*5. 3) Zu den Adverbien eo = bis zu dem Grade, quo = bis zu welchem Grade 

wird ein Genitiv, wenn auch nicht von Cicero, gesetzt. 

bj Dativ, 

U6. Der Dativ steht auf die Frage wem? für wen? bei Verben (§ 117), und Adjectiven 

nebst den davon gebildeten Adverbien. (§ 124). 

Anm. Von Substantiven hängt der Dativ selten ab, und zwar nur, wenn 
dieselben von Verben gebildet sind, die den Dativ regieren. 

c) Dativ abhängig von Verben und zicar aa) von objectiven Verben 

auf die Frage wem? 

1) Die deutschen objectiven Verben, die mit dem Dativ verbunden werden, stimmen 
im Allgemeinen mit den lateinischen überein. 

Anm. üeber iuvare und adiuvare in der Bedeutung helfen vgl. § 92. 
11». 2) Folgende objective Verben, die den Dativ regieren, pflegen durch Verba tran- 

sitiva oder durch transitivische Wendungen übersetzt zu werden. Solche Verba sind: 
medeor, patrocinor, incommodo, convicior etc. 

Anm. Von den angeführten Verben kommt im Pass. nur die 3 Pers. Sing, vor 

{ § 11 ), die Person steht auch hier im Dativ, z. B. mihi in videtur = ich werde beneidet. 

3) esse in der Bedeutung ^.gehören'' wird mit dem Dativ der Person verbunden. 

Anm. mihi est nomen = mir ist ein Name = ich heisse. Der Name steht 

entweder als Apposition zu nomen im Nominativ oder als praedicative Apposition 

im Dativ oder, was jedoch das Seltnere ist, im Genitiv abhängig von nomen. 

. 4) Die mit den Praepositionen ad, ante, con, in, inter, ob, post, prae, sub und 

super zusammengesetzten Verba intransitiva, welche die Bedeutung der Praeposition 

bewahren, können mit dem Dativ verbunden werden. (§ 123). 

Anm. Die Praeposit. ad, con (cum), in wird wiederholt oder eine gleich- 
bedeutende gesetzt, wenn die örtliche Bedeutung mehr hervortritt. Wie der 
Gebrauch in jedem einzelnen Falle ist, darüber entscheidet der Sprachgebrauch. 
ßß) Dativ bei transitiven und intransitiven Verben auf 

die Frage für wen? 
Der sogenannte Dativv.^ cowmodi oder Ineommodi bezeichnet, dass die im Satze 
ausgedrückte Handlung Jemandem zum Vortheil oder Nachtheil, zum Nutzen oder 
Schaden gereiche. — Hierher gehört auch nubere und vacare. 

Anm. Der Dativ {ethicfa') der persönl. Pronom. mihi, tibi, nobis, vobis 
gehört besonders der vertraulichen Rede an, um Theilnahme oder auch Ent- 
rüstung und Unwillen erkennen zu geben. Hierher gehören auch die Redens- 
arten quid tibi vis? quid sibi iste vult? 

yy) Dativ bei transitiven Verben neben dem Aceusativ 

des fiähern Objeets. 

1) Im Lat. wie im Deutschen ist der Dativ als entfernteres Ohject neben dem 
Aceusativ des nähern Objects bei den meisten transitiven Verben zulässig und in man- 
chen Fällen soo^ar nothwendio- 

123. 2) W^as von den mit Praepositionen zusammengesetzten intransitiven Verben (§ 120) 

gesagt ist, gilt auch von den transitiven Verben, nur dass hier noch ein Aceusativ des 
nähern Objects hinzutritt. 



120. 



121. 



122. 



ß) Dativ bei Adjectiven und den davon abgeleiteten Adverbien* 

Der Dativ steht bei den (objectiven) Adjectiven, welche nach ihrer Bedeutung den 124. 
Dativ regierenden Verben entsprechen (§ 117), wie nöthig, nützlich, angenehm u. s. w. 
Anm. 1) utilis, aptus, idoneus, accommodatus haben steht den Dativ der 
Person bei sich, aber gewöhnlich ad mit dem Acc. der Sache auf die Frage wozu? 
2) similis und dissimilis haben bei Personen meistens, bei dem Pronom. per- 
sonal, immer den Genit. nach sich, bei leblosen Dingen den Genit. und Dativ. 

Cap. V. Adverbielle Bestimmung. 

1) Die nähere Bestimmung eines Verbums, Adjectivs oder Adverbiums heisst ad- 125. 
verbielle Bestimm un^:. 

2) Die adverbielle Bestimmung wird im Lat. und Deutschen ausgedrückt durch 126. 
einen Casus mit und ohne Praeposition und durch ein Adverbium. 

3) Die adverbielle Bestimmung bezeichnet a) den Ort {§ 12«), b) die Zeit (§ 145), 127. 
c) das Mittel oder Werkzeug (§ 156), d) den Grund (§ 159),£e) die Art und Weise f§ 163), 

f) den Zweck (§ 173). 

IJ Adverbial des Orts» 

a) Frage wo? 

1) Auf die Frage wo? stehen die Namen der Städte und der kleinern Inseln im 128. 
Locativ, Dieser entspricht der Form nach im 8ing. der 1. und 2. Deck dem Genitiv, 
sonst dem Ablativ. 

Anm. Folgende Locat. waren noch im Gebrauch: ruri, humi, domi, domi 
militiaeque, domi bellique, animi (pendere, fallere, horrescere). 

2) Meistens werden bei den adverbiellen Bestimmuno-en auf die Fra«: wo? die 129. 
Praepositionen angewandt, wie ad, apud, eis, citra, circum, circa, extra, infra, inter, 
prope, post, super, trans c. Acc. und in und sub c. Abi. 

Anm. Bei pono, loco, colloco etc, folgt auf die Frage wohin? in c. Ablat. 
Steht bei diesen Verben der Name einer Stadt, so wird der Locat. gesetzt, z. B. 
legiones singulas posuit Brundisii, Tarenti, Siponti. (Cic.) 

3) Bei den Verben der Bewegung wird die Richtung, in welcher, und die Linie, »30. 
auf welcher eine Bewegung geschieht, sowie auch die allgemeinen Ortsbestimmungen 
durcli den Ablativ ohne Praeposition ausgedrückt. 

4) Regeln über totus mit einem Substantiv, über liber (Buch) und über locus. 

5) Adverbia des Orts auf die Frage wo? sind z B. ubi, hie, istio, illic, qua, ea, 
illa, usquani, nusquarn etc. 

b) Fraise ivoherl 
1) Auf die Frage wolicr? steht ursprünglich der Ablat. ohne Praeposit., so besonders 

die Namen der Städte und der kleinern Inseln. 
Anm. So auch domo, hunio, rure. 
•J) Praeposit., die auf die Frage woher? gebraucht werden, sind ab, de, ex. i:n. 

o) Regeln über natus, ortus, genitus. I3ö. 

. 4) Bei den Verben (inopiae) orbare, privare, nudare, fraudare, carere, vacare, liO. 
egere etc. und bei den Adject., wie expers, vacuus, inanis, nudus, alienus etc. steht der 
Ablat. ohne Praeposit. 

5) Nach Analogie der Verba inopiae wird auch opus est construiert, entweder als i:n. 
impersonelles Verbum mit dem Ablat. oder als Praedicat mit dem Subjecte im Nominativ. 

6) Hierher gehört die Regel über den AMativ bei Comparativen für quam mit 138. 
dem Nominativ, 



i:r>. 



i:{;i. 



\ 



riada 



22 



139. 7) Bei den Verben wegbringen, vertreiben, abhalten u. s. w. steht der blosse Ab- 

lativ oder die Praepositionen ab, de, ex. 

HO. 8) Ablativ des Stoffes, vgl. § 15 Anm. Bei den Verben des Machens und Bil- 

dens wird der Stoff in der Regel mit ex ausgedrückt. — Hierher gehört auch constare 
bestehen aus und die Ausdrücke wie quid me fiet? quid hoc homine facies? 

141. 9) Adverbia auf die Frage woher? sind z. B. hinc, illinc, unde, inde, undique etc. 
und die Adverb, auf — tus, wie caelitus, penitus etc. 

c) Frage wohin? 

142. 1) Auf die Frage wohin? stehen die Namen der Städte und der kleinern Inseln 
im Accusativ ohne Praeposition. 

Anm. So auch domum, rus, humum und die Redensarten in fitias ire, venum 
ire, exsequias ire. 

143. 2) Meistens werden die adverbiellen Bestimmungen auf die Frage wohin? durch 
die Praepositionen in, ad, ante, adversus, contra u. s. w. ausgedrückt. 

Anm. Abweichend vom Deutschen steht auf die Frage wo ? im Lateinischen 
in cum Accusativ. oder bei Städtenamen der Accusativ ohne Praeposit. bei den 
Verben ankommen, zusammenkommen, versammeln, wie advenire, convenire, 
cogere, congerere. 

144. 3) Adverb, auf die Frage wohin? sind z. B. quo, eo, huc, illuc, alio etc. 

2) Adverbial der Zeit. 

a) Frage irannf 

145. 1) Auf die Frage wann? steht der Ablat. ohne Praeposition, z. B. anno ante Chr. 
natum quarto. 

A n m. Ursprünglich stand auch hier, gleichsam die Ruhe in der Zeit bezeichnend, 
der Locativ. So haben sich noch aus dem alten Latein erhalten die quinte, 
die proximi, die septimi, die septimei; andere wurden Adverbien wie postridie, 
pridie, cotidie vespere, vesperi, temperi, mane etc. 

146. ^) ^^^ Bezeichnung, wann etwas geschieht, dienen auch die Praepositionen in, 
cum, sub. 

a) Praeposit. in steht i) bei tempus in der Bedeutung: Lage, Umstand, Noth. 2) bei 
Lebensaltern, z. B. in senectute. 8 ) in den Ausdrücken in praesenti oder in praesentia. 
4) in hello, in pace =^ im Verlauf des Krieges, des Friedens. 

b) Praeposition cum wird gebraucht, wenn der Anfangspunkt des Ereignisses mit 
dem Eintritt einer Zeitfrist angegeben werden soll, z. B. cum prima luce proelium 
ort um est. 

c) Praeposition suh c. Acc. steht, wenn der Anfangspunkt des Ereignisses kurz 
vor Eintritt der Zeitfrist angegeben wird, daher im Deutschen durch gegen übersetzt, 
z. B. sub ortum lucis. 

147. ^) ^^^ ^^^ Frage während? in wie viel Zeit? binnen welcher Zeit? innerhalb 
welcher Zeit?, wo auch die Frage wann? zu Grunde liegt, steht der Ablativ ohne Praeposi- 
tion, z. B. biduo, triduo. 

148. 4) Statt des Ablativ können auch die Praepositionen in, inter, intra stehen* 

a) in steht, wenn ausgedrückt werden soll, wie ofl innerhalb einer Zeit etwas 
geschieht, z. B. bis in die, semel in anno. 

b) inter = während der ganzen Zeit. 

c) intra = innerhalb, noch vor Ablauf von—, in weniger als—. 



23 

b) Frage seit wann? 

1) Die Frage seit wann? wird durch bie Praepositionen ab, ex, post ausgedrückt, t49. 
besonders In den Redensarten ab initio, a principio, a puero, a pueris, ab urbe condita. — 

ex illo die, ex quo, ex consulatu. — post hominum memoriam. 

2) Auf die Frage seit wie langer Zeit?, wenn eine bestimmte Anzahl von Jahren 150. 
oder Tagen angegeben wird, steht gewöhnlich der Accus, einer Ordinalzahl mit iam 
und mit Hinzurechnung der laufenden Zeit. Im Deutschen gebraucht man die Cardinal- 
zahlen, z. B. Mithridates annum iam tertium et vicesimum regnat, d. h. seit 22 Jahren. 

c ) Frasfe bis icann ? 

1) Auf die Frage bis wann? bis zu welcher Zeit? steht die Praeposition ad, z. B. I5i. 
vigilare ad multam noctem. 

2) Auf die Frage auf wie lange Zeit? steht die Praep. in c. Accus., z. B. in 152. 
posterum diem ^ bis auf den folgenden Tag. ~ in perpetuum. -— 

d) Frage wie lange? 

1) Auf die Frage wie lange ? steht der Accusativ ohne Praeposition, so immer bei natus. ^^^. 

Anm. 1) Um die Dauer einer Handlung als ununterbrochen zu bezeichnen, 
wird per gebraucht. 

2) Auch der blosse Ablativ steht scheinbar auf die Frage wie lange? (§ 147), 
z. B. milites quinque horis proelium sustinuerunt. 

3) Wie lange? seit wie lange? bei Ordinalzahlen vgl. § 150. — Wie lange? 
bis wie lange? auf wie lange vgl. § 152. 

2) Auf die Frage seit wie lange? vom jetzigen Augenblicke an gerechnet steht 15t. 
abhinc mit dem Accusativ, sehr selten mit dem'; Ablativ. 

Anm. Dies kann auch ausgedrückt werden, indem das Pronom. hie hinzu- 
tritt, z. B. abhinc sex menses ^ ante hos sex menses -=- his sex mensibus. 

3) Die Frage seit wie lange vorher oder nachher? von der Zeit an gerechnet, '•^^• 
wann etwas geschieht, wird ausgedrückt: 

a) mit dem Ablativ sowohl der Ordinal- wie Cardinalzahlen und dem nachge- 
stellten post oder ante, 

b) mit dem Accusativ und dem vorgestellten post oder ante, 

c) indem post oder ante zwischen Zahl und Substantiv tritt, wo dann Ablativ und 
Accusativ stehen kann 

A n m. 1 ) Hängt von dem post oder ante ein Substantiv ab, so muss der 
Fall unter a eintreten, z. B. tertio anno post mortem Ciceronis. 

2) Wird die Zeit unbestimmt ausgedrückt, so steht der Ablativ, z. B. paulo 
post, ncque ita multo post. (§ U)0), 

S) Adverbial des Mittels und Werkzeugs. 

1 ) Das Adverbial des Mittelsund Werkzeugs bezeichnet den Gegenstand, vermittelst 156. 
dessen etwas bewirkt wird, und steht auf die Frage womit? wodurch? 

2) Das Adverbial des Mittels und Werkzeugs wird durch den Ablativ ausgedrückt i:>7. 
und kann zu Verben und Adjectivcn jeder Art treten. 

A n m. l ) Ist das Mittel eine Person, so steht per, oder es tritt die Umschreibung 
mit beneficio, auxilio, opcra ein. 

2) Bei Heeresabtiieilungen, die in der Hand des Feldherrn als blosses Mittel 
oder Werkzeug erscheinen, besonders bei Collectivbegriffen, wie cohors, copiae, 
legio, manus etc., fehlt gewöhnlich die Praepos. per. 



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24 

158. 3) Sind Thiere die Werkzeuge, so steht der Ablat. ohne Praepos. 

3) Der Ablativ als Mittel oder Werkzeug steht besonders in folgenden Fällen: 

a) bei den Gliedern des Körpers in ihrer eigenthümlichen Thätigkeit, z. B. oculis 

videre, pedibus ire, 

b) bei den Verben niti, fidere, confidere und dem Adjectiv fretus. 

c) bei den Verben ernähern, erhalten, leben von etwas, wie vivere, alere, vesci. 

d) bei den Verben, welche opfern bedeuten, wie facere, libare, immolare, z. B. 
nunc et in umbrosis Fauno decet immolare lucis, Seu poscat agna sive malit haedo. 

e) bei den Verben begaben, beschenken, ausrüsten, zieren, schmücken, belasten 
u. a. m. auf die Frage womit? 

Anm. Bei manchen Verben, wie aspergo, inspergo, circumdo, circumfundo etc. 
steht neben dem Accus, der Person und Ablat. der Sache auch der Dativ der 
Person und Accusativ der Sache, vgl. § 122. 

f) bei den Verben bilden, unterrichten, gewöhnen, üben auf die Frage worin? 

g) bei den Verben überwältigen, übertreffen, sich auszeichnen, gleich und ungleich 
sein, blühen, kräftig sein nebst den entsprechenden Adjectiven auf die Frage wodurch ? 
woran?, so auch bei dignus, indignus, dignari (ausgezeichnet sein durch etwas). 

h) bei den Verben utor, fruor, fungor und potior, die durch objective Verben 
übersetzt zu werden pflegen. 

i) bei den Verben, erfüllen, ausfüllen, Ueberfluss haben, vermehren, bereichern 
(verba copiae) nebst den entsprechenden Adjectiven. 

k) bei den Verben, welche verbergen, einhüllen, einschliessen, verwickeln, mischen 
bedeuten, indem das Einschliessende als Mittel aufgefasst wird, während wir es räumlich 
nehmen, z. B. castris se teuere. 

e) bei den Verben kaufen, verkaufen, miethen etc. steht der Preis als Mittel des 
Erwerbs im xVblativ, und die vergleichenden Ausdrücke im Genitiv, vgl. § 109. 

m) bei den Verben messen, bestimmen, beurtheilen, auf die Frage wonach? 

n) besonders bei Adjectiven steht zur näheren Bestimmung der Ablativ (limitationis), 
in welcher Rücksicht, in welcher Beziehung etwas ist. 

4) Adverbial des Grundes und der TIrsaehe. 

159. 1) Das Adverbial des Grundes und der Ursache steht auf die Frage wovon? 
wodurch? worüber? wesshalb? Im Deutschen werden die Praepositionen aus, durch, 
vor, wegen u. s. w. gebraucht. 

160. 2) Im Alli^emeinen steht auf die Fraore wesswe^^en? wesshalb? aus welcher Ursache? 
in Folge wessen? bei Verben und Adjectiven der Ablativ, z. B. desiderio, gaudio, amore. 

Anm. 1) Zu dem Ablativ eines innern Bewei^^^rundes tritt orewöhnlich ein 
Part. Perf. Pass. z, B. dolore incensus -=^ aus Schmerz. 

2) Oft werden die Praepositionen propter, ob, prae, de, ex und die Ablative 
causa und s^ratia oebraucht. 

3) Am häufiojsten steht der Ablativ des Grundes in den Formen der Subst. 
verbal, welche mit dem zweiten Supinum gleichlautend sind, wie hortatu, monitu, 
iussu etc., zu denen nie eine Praeposition tritt. 

161. 3) Der Ablativ steht bei den Verben, welche eine Empfindung, wie Freude, Betrübniss, 
Schmerz ausdrücken, z. B. gaudere, laetari, dolere, gloriari u. s. w, 

Anm. 1 ) Wird die Ursache als der Georenstand darorestellt, auf welchen sich 
die Empfindung bezieht, so steht de. 

2) bei laborare steht ex, wenn der leidende Theil des Körpers angegeben wird. 



25 

3) Wird zu diesen Verben das Neutrum eines Pronomens gesetzt, so steht 
dies im Accusat., vgl. § 97, b. 
4) Die wirkende Ursache steht bei den Passiven der transitiven und objectiven 162. 
Verben sowie auch bei subjectiven Verben und Adjectiven mit passivem Sinne auf die 
Frage wovon? wodurch? im Ablativ, wenn es Sachen, mit ab, wenn es Personen sind. 
Anm. 1) Wird eine Sache persönlich gedacht, so steht auch hier ab. 
2) Statt des Ablativs mit ab zur Bezeichnung der persönlichen Ursache kann 
auch, jedoch selten, der Dativ eintreten. 

5) Adverbial der Art und Weise. 

1) Das Adverbial der Art und Weise wird angewandt, um zu bezeichnen, wie 163. 
etwas ist oder unter welchen Umständen und Verhältnissen etwas geschieht. 

2) Der Accusativ stehtauf die Frage wie lang? wie breit? wie dick? wie hoch? wie tief? 164. 

A n m. ceterum, cetera, summum, id genus, magnam (maximam) partem etc» 

3) Der Ablativ steht auf die Frage um wie viel? eine Sache die andere übertritft 165, 
oder übertroffen wird bei Comparativen und Superlativen oder bei Wörtern mit coin- 
parativem Begrifle. Solche Ablative sind tanto, quanto, multo, nihilo, paulo etc. 
vgl. § 155 Anm. 2. 

4) Der Ablativ wird ferner zur Bezeichnung der Art und Weise gebraucht i66, 

a) bei Substantiven mit einem Attribute, besonders in folgenden Fällen: 

ci) wenn die Substant. selbst Art und Weise bedeuten, wie modus, ratio, mos, ritus. 
ß) wenn die Substant. selbst Gesinnung, Absicht, Bedingung bezeichnen, wie 
animus, mens, consilium, lex, condicio. 

y) wenn untrennbare Theile, dauernde Eigenschaften oder begleitende Hand- 
lungen bezeichnet werden. 

b) bei Substantiven ohne adjectiv. Attribut besonders in folgenden Ausdrücken: 
ordine, consilio, ratione, casu, iudicio, iure, iniuria, silentio, voluntate etc. 

Anm. Diese Ablative können auch mit Adverbien coordiniert werden, wie 
recte atque ordine. 

5) Um die Art und Weise zu bezeichnen, werden auch die Praepositionen cum, 167. 
ad, de, ex, in, per angewandt. 

a) cum bezeichnet den eine Handlung begleitenden Umstand, wie cum silentio 
praeterire, cum voluptate, cum clamore. Tritt zu dem Substantiv noch ein Adjectiv, 
so kann cum stehen oder fehlen. Es muss aber ojesetzt werden, wenn Folo-e oder Wir- 
kung bezeichnet werden soll, wie z. B. Verres Lampsacum venit cum magna calamitate 
civitatis = Verres kam zum grossen Unglück des Staates nach Lampsacus. 

Ferner wird cum immer gesetzt, mag ein Adjectiv zu einem Substantiv treten oder nicht 
et) um eine Begleitung von Personen zu bezeichnen. 

Anm. Wenn von Heereszügen die Rede ist, so fehlt häufig cum, niemals 
aber bei mittere und seinen Compositen. 
ß) bei Angabe dessen, was Jemand an und bei sich hat. 

b) Praeposition ad, z. B. ad morem, ad voluntatem, ad amussim. 

c) Praeposition in c. Accusat., z. B. in modum, in morem, in speciem. 

d) Praeposition per, z. B. per litteras, per iniuriam, per ludum, per dolum, 
per vices etc. 

e) Praeposition ex, z. B. ex animo laudare, ex sententia, ex voluntate, ex ordine, 
ex composito, ex verbo, magna ex parte etc. 

f) Praeposition de, z. B. de improviso, de industria, de more etc. 



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26 



*^ 6) Statt des Ablativs oder statt der Praeposition mit einem Casus kann auch das 

Adverbium gesetzt werden, aisö für cum studio auch studiose, für cum diligentia auch 
diligenter, für maxima cum diligentia auch diligentissime. 

6) AdverMal des Zweckes, 

169. 1) Das Adverbial des Zweckes steht auf die Frage wozu? 

170. 2) esse mit dem Dativ der Person und dem Dativ der Sache heist „gereichen, 
dienen wozu." 

Anm. Der Dativ der Person kann auch fehlen in den Kedensarten: argu- 

mento esse = zum Beweise dienen, usui esse, derisui esse etc. 

*7*- 3) Auch bei den Verben, welche bedeuten „zu etwas anrechnen," wie dare, ducere, 

tribuere, vertere steht neben dem Accusativ des nähern Objects der Dativ des Zweckes. 

^''2. 4) Der Dativ der Sache (des Zweckes) steht bei den Verben dare =» geben, 

mittere ^= schicken, relinquere = zurücklassen, venire = kommen. 

Anm. Als Redensarten sind zu merken: receptui canere, doti dicere, pig- 
nori opponere etc. 
^'^3. 5) Um den Zweck zu bezeichnen, können auch statt des Dativs die Praepositionen 

ad und in c. Accusat. gebraucht werden, entweder um Zweideutigkeiten zu vermeiden, 
oder auch um den Zweck stärker auszudrücken. 



Cap. 
1) 




2) 



§ 91— § 97. 
§ 98 -§ 100. 



Uebersicht. 



Einleitung. § 1 — §4. 

A. Nackter Satz. § 5— § 52. 

Cap. I. Subject. § 5 — § 9. 
Cap. II. Praedicat. § 10— § 52. 

1) Arten des Praedicats. § 10— § 15. 

2) Congruenz des Praedicats mit seinem Subjecte. § 16— § 19. 

3) Tempora des Praedicats. § 20-§ 27. 

4) Modi des Praedicats. § 28— § 52. 

-a) Behauptungssatz. § 31- § 35. 

b ) Fragesatz. § 36 - § 42. 

c) Wunschsatz. § 43 -§ 46. 

d) Heischesatz. § 47— § 52. 

B. Bekleideter Satz. § 53— § 173. 

Cap. III. Attribut. § 53- § 85. 

1) Beigeordnetes Attribut. § 55-§ 65. 

a) Das adjectivische Attribut. § 57 -§ 60. 

b) Das substantivische Attribut oder Apposition. § 61- § 65. 

2) Untergeordnetes Attribut. § 66-§ 85. 

a) Genitiv-Attribut. § 67— § 81. 

a) Das subjective Verhältniss. § 69— § 75. 
ß) Das objective Verhältniss. § 76-§ 78. 
y) Das praedicative Verhältniss. § 79- § 81. 

b) Ablativ-Attribut. § 82. 

c) Praepositions-Attribut. § 83— § 85. 



Cap. 
1) 



2) 



3) 
4) 
5) 
6) 



IV. Object. § 86~§ 124. 
Näheres Object. § 88-§ 100. 

Accusativ. § 89 -§ 100. 

a) Einfacher Accusativ. 
ß) Doppelter Accusativ. 
Entfernteres Object. § 100 -§ 124. 

a) Genitiv. § 102-§ 115. 

a) Genitiv abhängig von Verben. § 103 ~§ 110. 

aa) von objectiven Verben. § 103— § 105. 

ßß) von transitiven Verben neben dem Accusativ des nähern 
Objects. § 106— § 110. 
ß) Genitiv abhängig von Adjectiven. § 111— § 112. 
/) Genitiv abhängig von Adverbien. § 113— § 115. 

b) Dativ. § 116-§ 124. 

a) Dativ abhängig von Verben. § 117 — § 123. 

aa} von objectiven Verben auf die Frage wem? § 117— § 120. 
ßß) von transitiven und intransitiven Verben auf die Frage 

für wen? § 121. 
yy') von transitiven Verben neben dem Accusativ des nähern 
Objects. § 122 -§ 123. 
ß) Dativ abhängig von Adjectiven und den davon gebildeten Adver- 
bien. § 124. 

V. Adverbielle Bestimmung. § 125— § 173. 
Adverbial des Orts. § 128 ~§ 144, 

a) Frage wo? § 128-§ 132. 

b) Frage woher? § 133— § 141. 

c) Frage wohin? § 142 -§ 144. 
Adverbial der Zeit. § 145— § 155. 

a) Frage wann? § 145— § 148. 

b) Frage seit wann? § 149 ~§ 150. 

c) Frage bis wann? § 151— § 152. 

d) Frage wie lange? § l53~§ l55^ 

Adverbial des Mittels oder des Werkzeugs. § 156— § 158. 
Adverbial des Grundes und der Ursache. § 159— § 162. 
Averbial der Art und Weise. § 163~-§ 168. 
Adverbial des Zweckes. § 169— § 173. 



--•&-t> 



28 



I- ttacl)rid)ten über hxt i)otfd)nk 

»Ott ßUertt 1871 hU Bflctn 1872. 



I. OrcfntlK^e Seigrer: 

2»o§, 3). SB. qjroffffor (Q3orfJe^er.) 
3 auf 011, »il. ^. 

SBiftfmann, >2l. »&. 

9?oItcinu3, 5). Dr. 

5Bijgener, ü. Dr. 

2. «Sulfele^itcr: 



^Bilfenö, 6. g. fi. 
Ulrich, 5t. 
Soldaten, ^. 3. 
'^ipHng, ®. Dr. 



33uUc, 6. Dr. 



fionfe, 3). ^. 



B. C e Ij r p l a m 
2)rifle Kloffe* 

ööc^cntric^ 26 ©tunben. 

Buna 7£^^'''t': "\.^^^^"^^""^^ »"^ ^-" mnuimcn au, bor Jntlel^re unb ^ort. 
be (5oj,ura |eni unb beö 5lcti.^ ber Q]er6a (ol^ne ben ßoniunctti,). ^ 

5. @ {greife tu. 4. <Bt. m. 

** ® ßcm.i*, ^ ?■ r;. ^""""3^" 5»' «"'»"irf'f-ns teä muHfarif*en ©elpör« unb ter Stimme. 

3ii>eite f loffe. 

SffiöÄentn* 30 ©tunfcfn. 

'■ ^'^^irtr^'J f *■ "'•i""''*'""'1 ^" "'^''frf'f" ®cf*i*,c fc8 'J(. J. biä 5ur Jrr,„„,„q bor 9Jeicf,e 
2 S .? * «^^ ^' "" ''""""' «"■••rfürt.'tuv.n,) tcr Srf};eitrn. - gprfute „nt yiotcr u-eio. qcletnt 

®ramma„f 3 @, ,r. *.e„Wgu„a tcr l'.l^re «o„ ter glaion. Sie *nu,Mr.e„ ter Qa^me. 
^cr Wcfccnial, ... tc. aÜBf„,d»ften Umri|Tc.i. Qcmpomion m «rjfc.JBa. 2)ie 6 '«rto» ttr 
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